Tag 5

Einen wunderschönen guten Abend von der Insel aufs Festland,
nachdem wir gestern Abend hervorragend gegessen haben, sind wir bald ins Bett gegangen. Die Idee war, frühzeitig aufzustehen, um 8 Uhr dann das Frühstück zu uns zu nehmen, um direkt danach dann in den Tag zu starten. Soweit zur grauen Theorie.
Wir also raus aus den Federn. Da wir deutlich vor 8 Uhr wach waren, haben wir uns am Strand getroffen und dort einen wunderbaren Kaffee getrunken. Pünktlich um 8 Uhr wollten wir dann zum Frühstück. Beim betreten des Frühstücksraumes wurden wir freundlich aber sehr bestimmt darauf hingewiesen, dass es erst um 8.30 Uhr Frühstück geben wird. Wir also wieder raus und Zeit vertrödeln. Um 8.30 Uhr wurde dann tatsächlich ein alter Gong geschlagen und der Frühstücksraum war innerhalb von 20 Sekunden gefüllt von älteren englischen Bürgern. Das Frühstück war dann traditionell englisch und gut. Danach schnell in die Klamotten und ab auf die Strasse. Wir fuhren entlang der Küste von Sandown in Richtung Yarmouth. Die Strecke entlang der Küste war einfach gesagt…..Hammergeil. Man mag mir die Ausdrucksweise entschuldigen. Ich bin noch nie eine schönere Küstenstrasse gefahren, es war ein Traum.
In Yarmouth haben wir dann die Fähre nach Lymington genommen. Nach gut einer Stunde Wartezeit und 45 Minuten Überfahrt waren wir dann von der kleinen Insel wieder auf die grosse Insel übergesetzt.
Bei einer kurzen Kaffeepause suchten wir dann die nächste Unterkunft für heute Nacht aus. Wir entschieden uns für die Ortschaft Yeovil. Der Name war uns zwar eher suspekt, aber es war bei den Hotels das beste Preis / Leistungsverhältnis.
Wir also wieder auf die Motorräder und dem Brandy hinterher. Das klappte vorzüglich und es bleibt festzuhalten, dass wir heute den bisher fahrerisch besten Tag hatten. Wir fuhren über viele kleine Singletracks, umgeben von 2-3 meter hohen Büschen rechts und links der Strasse.
An dieser Stelle meine tiefste Anerkennung an Brandy. Der Gute fährt nur nach Karte vorweg und das, obwohl er fast nichts sehen kann. Im Prinzip hat er eine Karte auf dem Tank und er orientiert sich an den mehr oder minder grossen Farbflecken oder Strichen auf der Karte. Dafür Lob und Anerkennung. Unter diesen Umständen verzeihen wir dann natürlich gerne, dass er uns zwischendurch mal 10 km im Kreis herumgescheucht hat. Natürlich ist es jedem aufgefallen was da passiert ist und er konnte sich nicht ausreden.
Nachdem wir dann endlich im Hotel angekommen waren, fragten wir den netten Herrn an der Rezeption, ob es eine Möglichkeit gibt, unsere Motorräder sicher zu parken. Schnell wurden wir in den Hinterhof gelotst, um dort unsere Motorräder abzustellen.
Der Hinterhof wurde ausser vom Hotel auch noch von einem italienischen Restaurant genutzt.
Nachdem wir geduscht etc waren, machte sich der Hunger bemerkbar. Wir entschieden uns für Pizza beim Italiener nebenan. Der Laden war beim Betreten brechend voll und alle Tische waren besetzt. Der "Oberkellner" (wir wissen leider nicht genau welche Funktion der Mann hatte) kam auf uns zu und erklärte, dass es momentan keinen Platz geben würde. Nachdem er dann fragte, ob wir die Motorradfahrer seien, die hinten geparkt haben und wir dieses bejahten, wurde es wirklich besonders.
Wir sollten bitte 2 Minuten warten, dann hat man einen Tisch für uns. Das passierte auch in genau der versprochenen Zeit. Danach wurden wir behandelt wie VIP's. Es wurde einfach alles daran gesetzt, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Das gipfelte unter anderem darin, dass er Felix, der als Vorspeise einen Salat bestellt hatte, das auf dem Tisch stehende Öl und Balsamikum quasi aus der Hand riss und beides extra für ihn in einer ganz anderen Qualität an den Tisch brachte. So ging es das ganze Essen weiter bis hin zu einem Foto, das er von sich in unserer Gesellschaft unbedingt machen musste, bevor wir das Lokal verliessen. Es war ein wirklich gelungener Ausklang von einem gelungenen Tag.
Nun sitzen wir bei Brandy im Zimmer, trinken Wasser und naschen Karotten während ich den Tagesbericht fertige.
Heute war ein hervorragender Tag und ich verabschiede mich bis morgen.
Euer
H.